Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig

HIPEC / PIPAC

Die Behandlung der Peritonealkarzinose ist eine interdisziplinäre Herausforderung. Der Befall des Bauchfells durch Tumorzellen ist ein Zeichen einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung. Oft wird der Patient als „unheilbar" und „inoperabel" bezeichnet. Eine palliative systemische Behandlung (=Chemotherapie) ist die bisherige Standardtherapie.

Durch neue Methoden kann bei einzelnen Patienten die Erkrankung durch eine operative Therapie und/oder eine lokale Chemotherapie eingedämmt und kontrolliert werden. Eine Heilung kann im Einzelfall erreicht werden. Wichtig ist, dass die Verlängerung der Lebenszeit bei guter Lebensqualität erzielt werden kann. Die lokale Chemotherapie, welche in die Bauchhöhle appliziert wird, kann zusätzlich oder auch bei Versagen bzw. Unverträglichkeit einer Systemtherapie durchgeführt werden.

Wichtig ist es, diejenigen Patienten zu selektionieren, die von der operativen Intervention profitieren. Wir bieten dazu zwei Verfahren an:

     HIPEC
     PIPAC

Dabei ist die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC) bei streng ausgewählten Patienten eine Behandlung, die aus einer oftmals multiviszeralen Operation (zytoreduktive Chirurgie) in Kombination mit einer (Teil-) Entfernung des Bauchfells besteht, und in der Regel nur einmalig durchführbar ist.

Die PIPAC (pressurized intraperitoneal aerosol chemotherapy) hingegen beinhaltet eine wiederholte Lokaltherapie des Peritoneums (normalerweise 3 Behandlungen im Abstand von ca. 6 Wochen) mit einer Aerosol-Chemotherapie und wird minimal-invasiv durchgeführt. Sie kann parallel zur laufenden System-Chemotherapie erfolgen, vorausgesetzt dass die Blutwerte (insbesondere Leukozyten, Thrombozyten) durch die Chemotherapie nicht stark abgefallen sind.  


Sondersituation: PITAC

Hier wird die Aerosol-Applikation in gleicher Weise wie im Bauchraum minimal-invasiv angewandt, jedoch im Brustkorb (PITAC = pressurized intrathoracic arosol chemotherapy) bei der sog. Pleurakarzinose = Karzinose der Brusthöhle.


Indikationen HIPEC und PIPAC

  • Pseudomyxoma peritonei
  • Peritoneales Mesotheliom
  • Peritonealcarcinose beim kolorektalen Karzinom
  • Peritonealcarcinose beim Magenkarzinom (Teilnahme an der GASTRIPEC-Studie: CRS mit bzw. ohne HIPEC + perioperative Chemotherapie, prospektiv-randomisierte Phase II-Studie)
  • Primäres Adenokarzinom des Peritoneums

Zusätzliche Indikationen PIPAC

  • Peritonealkarzinose bei nahezu allen Tumorentitäten (hauptsächlich Magenkarzinom / Darmkrebs / Ovarialkarzinom, aber auch Gallenwegs- oder Bauchspeicheldrüsenkarzinome) (individueller Therapieentscheid in unserem interdisziplinären Tumorboard)


Wenn Sie sich in unserer Spezialsprechstunde „Bauchfell - PIPAC / HIPEC" anmelden möchten, ist dies folgendermaßen möglich: 

Spezialsprechstunde "Bauchfell - PIPAC / HIPEC"
Online-Anmeldung

Es ist lediglich eine Überweisung vom Hausarzt bzw. behandelndem Facharzt erforderlich. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie sämtliche Vorbefunde (z.B. Endoskopieberichte, Röntgen- und CT-Untersuchungen auf einer CDrom) zur Sprechstunde mitbringen.    


Ansprechpartner/innen:

Prof. Dr. Ines Gockel, MBA          Dr. Boris Jansen-Winkeln            Dr. Dorina Buchloh


 
Letzte Änderung: 28.04.2017, 12:33 Uhr | Redakteur: Ines Gockel
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